Timisoara – Mica Viena🌹

Timisoara entdecken … am besten auf einem Rundgang über den Domplatz. vorbei am Barockensemble und zum Freiheitsplatz, zur Synagoge und weiter zum Victoriaplatz. Hier gönn ich mir eine Pause im SymphonieCafé.

Dann die ersten Maroni dieses Jahres, ich nasche an einem sonnigen Plätzchen vor der Kathedrale. Die im altrumänisch-moldawischen Stil gebaute Kathedrale von innen zu erleben, ist dann ein Highlight für sich: innen kommt´s mir wie in einem Tempel vor – ohne Sitzreihen macht man es sich hier auf Teppichen am Boden bequem, verehrt verschiedenste Heiligenbilder an den Wänden und nur in der Seitennische gibt es ein paar Stühle zum Hinsetzen auf konventionelle Art. Man stellt Kerzen ins Wasserbad und kauft kleine Zettelchen für Wünsche für die Toten. Hier wird die Religion scheinbar recht ernst genommen, Frauen bedecken ihr Haar.

 

Dann mach ich mich über die Brücke auf den Weg zur Südseite des Bega, hier ist alles alt, schön, ruhig … mit netten Rosengärten, die abbrechenden Fliesen an der Synagoge glitzern in der Sonne.

Ich schlendere über einen großen Marktplatz und da gibt’s ganz schön interessantes Obst und Gemüse, dass ich teilweise noch nie gesehen haben – „haarige Äpfel“ zum Beispiel. Besonders spannend das Sauerkraut, dass als ganzer Kopf im Holzfass vor sich hin fermentiert, die Kommunikation mit den Standlern gestaltet sich etwas kompliziert aber was wohl auf der ganzen Welt verstanden wird, ist dem anhabigen Standler zu verstehen zu geben, dass ich schon vergeben bin 😉

Jetzt geht´s zurück auf die Nordseite, im glühenden Sonnenschein, es ist ein herrliches Altweibersommer-Wochenende und an der Theresienbastei leg ich eine kleine Rast ein. Zurück in die Altstadt, die Abendsonne im botanischen Garten genießen und dann hab ich mir aber ein Langosi verdient. Das schnelle Abendessen mit Emil im Foodcourt einer Shoppingmall gibt nicht allzuviel her aber es ist auf jeden Fall interessant, das bunte Treiben zu beobachten, ich fühl mich ein bisschen wie in Brasilien daheim.

Ich schließe mich einer Stadtführung an, um noch ein bisschen mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren und das Leben der Menschen während des Kommunismus unter Nicolae Ceausescu. Da erfahre ich auch, dass die Bevölkerung mittleren Alters deshalb so irrsinnig viel Fleisch essen weil sie es ja so lange entbehren mussten. Bis heute schaufeln sie daher anscheinend täglich Mengen in sich um zu kompensieren…

Worauf ich mich besonders freue: ein Besuch im nahegelegenen Freilichtmuseum. Ich mache Bekannstschaft mit noch ein paar Couchsurfern und probiere Baumkuchen, Kartofi Spirulati und Mici – quasi die rumänische Variante der Cevapcici 😉

Das Highlight dann am Sonntag: Chopper fahren! Mit einer Kawasaki Classic geht´s durch die nahegelegenen Weinberge auf ein Pferdegestüt und mit Fischteich und netten Cafés.

Ein Flug in den wunderschönen Sonnenuntergang hinein bringt mich zurück nach London – über die Donau, Blick auf den Plattensee und die Pusztaregion, Wien bei Nacht und dann bin ich im Reich der Träume…

Emil – mein ehemaliger Mitbewohner in Wien – es war großartig, dich nach so vielen Jahren endlich mal wieder zu sehen, in deiner Heimatstdt. Herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft und alles, alles Gute für deine Pläne, auf allen Kontinenten dieser Erde zu leben 😉

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